Mit Vitalstoffen und Kräutern gut durch die Wechseljahre

Natürlich Wechseln

Originaltext eines 2005 in der Zeitschrift OM Orthomolekulare Medizin & Ernährung veröffentlichten Artikels von Dr. med. Cornelia Vöge-Auer

Mit den Wechseljahren, auch Klimakterium oder Menopause genannt, beginnt für alle Frauen ein neuer Lebensabschnitt. Klimakterium entstammt den griechischen und heißt Treppe oder Leiter. Der Begriff Menopause stammt von den griechischen Wörtern men = Monat und pausis = Ende an. Menopause ist definiert als die letzte Regelblutung. Das gilt nur, wenn ein Jahr lang keine weitere Monatsblutung mehr stattfindet. Der genaue Zeitpunkt der Menopause lässt sich deshalb nur im nachhinein festlegen. Der Beginn dieses neuen Lebensabschnittes fällt für viele Frauen mit einer Zeit zusammen, in der der Mann meist erfolgreich Karriere macht und die Kinder aus dem Haus sind. So entsteht bei vielen Frauen eine Leere, die es nun zu füllen gilt.

In dieser etwa zehn Jahre dauernden Zeitspanne (von der Prämenopause bis zur Postmenopause) geben hormonelle Untersuchungen nur selten genau Aufschluß, denn die Hormone fahren im wahrsten Sinne des Wortes Achterbahn mit den betroffenen Frauen. Ein ausführliches Gespräch mit dem Frauenarzt gibt auf jeden Fall mehr Aufschluß darüber, ob die empfundenen Beschwerden tatsächlich Wechseljahresbeschwerden sind.

Zu den häufigsten geäußerten Wechseljahresbeschwerden zählen Depressionen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, Vergeßlichkeit, Kopfschmerzen, Depressionen und ein Libidovberlust.

Nicht in jedem Fall können diese Beschwerden ausschließlich mit den sanften Phytotherapeutika behandelt werden. Dann ist eine klassische, sinnvoll angewandte und vom Arzt reflektierte Hormonersatztherapie notwendig. Sind jedoch die ersten starken Beschwerden gebannt, so bringen zahlreiche Phytotherapeutika – also heilwirksame Kräuter – oftmals auch eine deutliche Linderung der Beschwerden.

Alle bei diesen Beschwerden zum Einsatz kommenden Heilpflanzen haben eine hormonelle Wirkung. Man bezeichnet sie daher als Phytoöstrogene. Zu diesen Phytoöstrogenen zählen die Lignane (als Enterodiol in Ölsaaten (z. B. Leinsamen und Raps), Getreide (Weizenkleie, Roggen) und Gemüse (Spargel, Karotten, Brokkoli)), die sehr bekannten Isoflavone (als Genistein oder Daidzein in Hülsenfrüchten wie Sojabohnen und im Gelee Royale und den Bienenpollen) sowie die weniger bekannten Coumestane – (als Coumestrol in Alfalfa, Klee und Sojasprossen).

Die mit dem Klimakterium einhergehenden Schalfstörungen und depressiven Verstimmungen lassen sich recht gut mit einem aus der Rhabarberwurzel (lat. Rheum rhabarbarum) stammenden Extrakt, dem Rhaponticin, behandeln. Aus der traditionellen chinesichen Medizin stammt der Engelwurz (lat. Angelica sinensis, engl. Dong Quai). Auch er lindert Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren. Zusätzlich hat er aber auch eine positive Wirkung auf das Blutbild, da er die Zusammenballung der Blutplättchen verhindern kann. Als hilfreich hat er sich außerdem bei Spannungskopfschmerzen erwiesen. Hierzulande bekannter ist der Rotklee (lat. Trifolium pratense). Er enthält Genistein und Isoflavone in höherer Konzentration als in den Sojabohnen und zeigt eine besonders gute Wirkung bei Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vegetativen klimakterischen Beschwerden. Besonders hohe Östrogenwirkungen entfaltet auch die Traubensilberkerzen (lat. Cimicifuga). Am bekanntesten von allen Phytoöstrogenen sind aber sicher die Soja-Isoflavone zur Linderung allgemeiner klimakterischer Beschwerden.

Bereits seit dem Mittelalter in Deutschland bekannt ist der Mönchspfeffer (auch Keuschlammfrucht – lat. Vitex agnus castus). Er lindert nicht nur Wechseljahresbeschwerden, sondern wird auch bei Beschwerden vor und während der Periodenblutung und bei Zyklusstörungen mit Erfolg eingesetzt. Der Hopfen (lat. Humulus lupulus L.) mit seinen phytoöstrogenen Wirkung war ebenfalls bereits Hilgegard von Bingen bekannt. Seine Blüte wird wird vor allem zur Linderung der Hitzewallungen und wegen seiner beruhigenden Eigenschaften auch bei Schlafstörungen eingesetzt. Aus der traditionellen indianischen Medizin entstammt die Damiana (lat. Turnera diffusa var. Aphrodisiaca). Auch sie wird mit guten Erfolgen bei Zyklusbeschwerden eingesetzt. Ihre besondere Wirksamkeit entfaltet die Damiana aber als sanftes Aphrodisiakum zur Anregung der Libido. Die Ureinwohner Mittelamerikas schätzen schon lange die verjüngende Wirkung der Yamswurzel. (lat. Dioscorea mexicana). Der in ihr enthaltene natürliche Wirkstoff DHEA wird in den USA vorwiegend in der Anti-Aging-Therapie eingesetzt. Interessanter mag aber vielleicht die Tatsache sein, das die erste „Pille“ zur Verhütung aus der Yamswurzel gewonnen wurde, und sie mit Erfolg auch bei vegetativen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt wird.

Allen vorgestellten Phytoöstrogenen gemein ist die antioxidative Wirkung gegen Freie Radikale. Sie stärken so das Immunsystem und wirken in Einzelfällen sogar leicht krebshemmend. Darüber hinaus haben sie die Fähigkeit positiv auf die Fließeigenschaften des Blutes einzuwirken und können das „schlechte“ LDL-Cholesterin, Blutdruck und Infektanfälligkeit senken.

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Dr. med. Cornelia Vöge-Auer
Frauenärztin | Präventivmedizin
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